Spieltag 9 (18.01.2026):SV Blau-Weiß Auma I – HSG Oppurg/Krölpa 32:29 (12:16)

Blau-Weiß-Sieben gewinnt Spiel, das alles bot

Am vergangenen Sonntag empfingen die erneut vom Verletzungspech geplagten Aumaer die Gäste der HSG Oppurg/Krölpa. Den Blau-Weißen fehlte in dieser Partie nahezu eine komplette Mannschaft – doch Ausreden wollten an diesem Nachmittag weder Team noch Fans gelten lassen.

Der Start in die Begegnung verlief allerdings alles andere als optimal. Auma fand nur schwer ins Spiel und nach fünf Minuten war der Gast bereits auf 4:0 davongezogen. Erst nach knapp sieben Minuten erlöste Tim Seidel die zahlreichen Zuschauer mit dem ersten Treffer vom Siebenmeterpunkt. Es entwickelte sich anschließend eine hart umkämpfte und ausgeglichene Partie, in der sich bis zur Mitte der ersten Halbzeit beim Stand von 5:9 zunächst nichts an der Gästeführung änderte. Dann nahm das Spiel – und mit ihm das Aumaer Team – spürbar Fahrt auf. Die Zuschauer erlebten nun ein Handballspiel, das wirklich alles bot: Leidenschaft, Kampf, Tempo und Dramatik. Zwar stets fair geführt, kam es dennoch zu insgesamt siebzehn Zeitstrafen und unglaublichen 24 Strafwürfen, die später spielentscheidend sein sollten. Nach dem 6:9 parierte der überragende Aumaer Torhüter gleich zwei Siebenmeter und legte damit den Grundstein für den 10:10-Ausgleich – die Partie begann quasi von vorn. Doch wie schon zu Beginn enteilten die Gäste erneut und gingen mit einer 16:12-Führung in die Pause. Philipp Kopp verhinderte mit einem weiteren gehaltenen Strafwurf sogar noch einen höheren Rückstand.

Nach Wiederanpfiff leitete das souveräne Schiedsrichtergespann eine weiterhin hochspannende und intensive Begegnung. Beide Teams lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, viele Treffer fielen über die Außenpositionen. Den Aumaern gelang es zunächst nicht, den Rückstand zu verkürzen – im Gegenteil: Nach vier Minuten lagen die Gäste erstmals mit fünf Toren vorn. Wenig später trafen Manuel Jedan und Andreas Röhler per sehenswertem Konter zum 18:21. Doch der Treffer hatte einen bitteren Beigeschmack: Andreas Röhler prallte mit dem Kopf an den Pfosten und musste verletzt ausgewechselt werden. Mit „Kopfband“ auf der Bank sitzend, aber vom Publikum gefeiert, wurde er wenig später zur Behandlung geschickt. Was dann folgte, war pure Emotion. Mit der lautstarken Unterstützung der Fans ging ein Ruck durch das Heimteam. Binnen vier Minuten glich Auma zum viel umjubelten 22:22 aus – das Spiel wurde endgültig zum Krimi. Philipp Kopp parierte weitere Strafwürfe und hatte großen Anteil daran, dass die Blau-Weißen nun immer wieder knapp in Führung gingen. Zehn Minuten vor dem Ende war es schließlich Henning Staps, der einen Konter zur ersten Zwei-Tore-Führung beim 28:26 verwandelte. Doch diese Partie hatte noch längst nicht genug. Beide Teams legten nochmals alles hinein, die Gäste glichen erneut aus, ehe Manuel Gaipl – der an diesem Tag bis zur völligen Erschöpfung kämpfte – das viel umjubelte 30:28 erzielte. Eine umstrittene Entscheidung führte anschließend nicht nur zum 30:29-Anschlusstreffer, sondern auch zu einer Zeitstrafe gegen Auma. Die letzten zwei Minuten mussten die Blau-Weißen in Unterzahl bestehen – klare Worte in der Auszeit inklusive. Und sie hielten stand. Patrick Mattke traf entscheidend, ehe Tim Seidel mit seinem neunten verwandelten von zehn Strafwürfen den 32:29-Heimsieg perfekt machte. Am Ende waren es auch die Siebenmeter, die den Ausschlag gaben: Während Auma stark vom Punkt agierte, scheiterten die Gäste trotz acht verschiedener Schützen an der überragenden Leistung des Aumaer Torhüters und verwandelten nur 8 von 14 Strafwürfen.

Ein Sieg der Moral, des Willens und des Teamgeists – gefeiert von einer Halle, die diesen Handball-Abend so schnell nicht vergessen wird.

Auma spielte mit: Philipp Kopp (Tor), Manuel Gaipl (4), Andreas Röhler (1), Manuel Jedan (7), Oscar Weise (1), Patrick Mattke (5), André Grille, Tim Seidel (7), Dominik Zimmermann, Henning Staps (3)